Einzigartiger Nikolausmarkt
In Deutschland werden schätzungsweise 3.250 größere Advents- und Weihnachtsmärkte veranstaltet. Doch den Nikolausmarkt in Helpup gibt es nur ein einziges Mal und er ist auch einzigartig. Das Besondere dieser Traditionsveranstaltung ist die gemütliche, herzliche Atmosphäre – und die muss man einfach selbst erleben. In diesem Jahr fällt der 6. Dezember auf einen Samstag. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Helpup (VVV) richtet den Nikolausmarkt rund um die Kirche bereits zum 37. Mal aus.
Der Nikolausmarkt ist ein Treffpunkt für Jung und Alt, er lädt zum Klönen, Wiedersehen und neu Kennenlernen ein. Das Programm beginnt um 15.30 Uhr mit der Theatervorstellung für Kinder. In der Turnhalle der Grundschule zeigt das Trotz-alledem-Theater aus Bielefeld das Stück „Der kleine Prinz“ nach der märchenhaften Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry. Anschließend hat der Nikolaus gegen 17 Uhr seinen großen Auftritt, wenn er auf der Bühne jedem Kind ein süßes Geschenk übergibt. Ab 19 Uhr intoniert der Posaunenchor des CVJM Helpup vorweihnachtliche Lieder. Insofern bietet der traditionelle Nikolausmarkt wieder die passende Einstimmung auf die Festtage.
Erneut sind alle Standplätze rund um die Kirche vergeben. Über das starke Interesse freuen sich der VVV-Vorsitzende Kamil Gorny und sein Stellvertreter Matthias Fortkord. An dem rein nicht-kommerziellen Nikolausmarkt sind ausschließlich Vereine, Institutionen und private Gruppen beteiligt. Die Angebote reichen von selbstgebastelten Geschenkartikeln über verschiedene Speisen bis zu Feuerzangenbowle und Glühwein (siehe auch Seite 2). Auch das Kinderkarussell ist wieder dabei.
Im Vergleich zu anderen Weihnachtsmärkten sind die Preise sehr gemäßigt. So kostet ein Becher ein Glühwein nur 2,50 Euro (mit Schuss und Feuerzangenbowle drei Euro). Hinzu kommt noch das Pfand mit 0,50 Euro. Wie gewohnt werden die Standbetreiber einen Teil ihrer Einnahmen spenden. In diesem Jahr sollen die Bücherei der Grundschule und der neue Kinderspielplatz neben der Kirche am Bahnhof bedacht werden. „Wer also beim Nikolausmarkt etwas konsumiert, unterstützt zugleich das Projekt im Ort“, sagt der VVV-Vorsitzende Kamil Gorny.

Teilnehmer am Nikolausmarkt und ihre Angebote
Iberg-Apotheke: Sauerkirschwein mit Sahne, alkoholfreier, heißer Rhabarbersaft
Förderverein AWO-Kita: Selbstgebasteltes, Gewerkeltes
Niklas-Luhmann-Gymnasium, Jahrgang 2027: Glühwein, Waffeln
Kirche am Bahnhof Helpup: Schaschlik vom Grill, Pommes, Salat, Kakao
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Helpup: Bratwurst, Pommes, Glühwein, Kinderpunsch
Help-up mit Herz und Hand: frische Brezeln, Bastelarbeiten aus Holz
TuS Helpup, Korbball: Apfelpunsch, Cheesecake, Brownies
Familien Parschau, Rottschäfer, Hunke: Feuerzangenbowle, Smallbeer
FDP Oerlinghausen: Grünkohl, Glühwein, Punsch
SPD Helpup: Crepes
Initiative Oerlinghausen: Glüh-Gin
CVJM Helpup: Vorlesen für Kinder
ev.-ref. Kirchengemeinde: Kirche als Oase der Ruhe
ev.-ref. Kirchengemeinde, Hütte: Bastelsachen, Punsch
LIP-Café: geöffnet
AMC Helpup: Reibekuchen, Met, heiße Schokolade
JSG Kachtenhausen-Helpup: Cevapcici-Burger, Kirschglühwein, Punsch
Edeka Brinkmann: Spießbraten
Förderverein der Grundschule: Bastelarbeiten, Waffeln und Co
Familienzentrum Auf der Brede: Vorlesen für Kinder
VVV Helpup: Glühwein, Punsch
TuS Helpup Fußball-Senioren
Stadtwerke Oerlinghausen
Patenkompanie der Bundeswehr
Fa. Dorenkamp: Kinderkarussell
Der kleine Prinz
Nach der literarischen Vorlage von Antoine de Saint-Exupéry hat Thorsten Bihegue ein Theaterstück für Kinder ab fünf Jahren geschrieben. Salina Sahrhage und Henrik Fockel führen die Inszenierung des Trotz-alledem-Theaters aus Bielefeld zu Beginn des Nikolausmarktes auf.
Die Handlung: Kartograph 1 und Kartographin 2 vom Planet Nummer 6 sind sehr gestresst. Sie müssen das ganze Weltall vermessen, das kostet Zeit. Und jetzt treffen sie auch noch auf ein überraschtes Publikum. Um besser einschätzen zu können, wer ihnen hier begegnet ist, machen sie einen Test, den sie von einem merkwürdigen Besucher ihres Planeten gelernt haben. Der geht ihnen nicht mehr aus dem Kopf, denn er nannte sich nur „Der kleine Prinz“.
Und er hatte sich mit seiner Rose gestritten. Seither reist er auf der Suche nach einem Herzensfreund durchs All. Er landet auf seltsamen kleinen Planeten mit noch seltsameren Bewohnern, allesamt sind sie sehr beschäftigt, am meisten mit sich selbst. Und der kleine Prinz wird nirgends fündig. Kartograph 1 und Kartographin 2 raten ihm schließlich, es mal auf dem Planeten namens Erde zu versuchen. So fällt der kleine Prinz am Ende in jene Wüste, die in der berühmten Erzählung erwähnt wird.
Er trifft die Pilotin, die versucht, ihr Flugzeug zu reparieren. Er trifft den Fuchs, der ihn lehrt, ihn zu zähmen. Er bekommt den nutzlosen Maulkorb für sein Schaf. Und er hat am Ende seiner Reise viele Herzen berührt. So stellt sich sofort ein Lachen ein, wenn man in den Sternenhimmel blickt – in dem Glauben, das Lachen des kleinen Prinzen zu hören.
Thorsten Bihegue hat die vielfach adaptierte Geschichte in eine wendige Fassung gesetzt. Ohne die Poesie der Vorlage zu verleugnen oder zu verlieren, schafft der Autor durch eine performative Ebene die nötige Distanz zum Kitsch: So kommt der kleine Sonderling, der die Welt mit dem Herzen sehen möchte, den Zuschauern erst recht nahe.
